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Georgette Dee (2021) ⎥Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Sabuha(2021) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Bambi Mercury (2021) ⎥ Acryl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Mignon (2021) ⎥ Acryl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Sema Poyraz (2021) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Nurkan Erpulat (2021) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Gió Di Sera (2021) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Khader Ahmad (2021) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Sir Henry de Winter (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 70 x 50 cm

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Irmgard Knef (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Kaspar Kamäleon (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Julian Göthe (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 50 x 40 cm

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Ipek Ipekçioğlu (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm (sold)

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Peter Frost (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 70 x 50 cm

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Dieter Rita Scholl (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Gloria Viagra (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Imran Ataya (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Ali Görmez (2020) ⎥ Acry und Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 60 cm

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Aziza A. (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Zazie de Paris (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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The Scream (Selbstporträt 2020) ⎥ Acryl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Salomé en costume Japonais (2020) ⎥ Öl auf Leinwand ⎥ 60 x 50 cm

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Bridge Markland 3. (2020) ⎥ Aquarell auf Papier ⎥ 36 x 48 cm

Der queere Kabarettist mit Kopftuch und Mokkatasse für den Kaffeesatz, der Chansonnier mit Ohrringen und aufgerissenen Augen, entrückt gegen einen Baum gelehnt, die Dragqueen mit knallroten Lippen und mythischem Medusenhaupt. Auf den ersten Blick kommt „Persona“, die jüngste Serie von Cihangir Gümüstürkmen, als Tribut an die LGTBQ+ und die migrantisch geprägte Kulturszene mit Celebrity-Touch daher. Von der Djane İpek über den Regisseur Nurkan Erpulat, von der Bühnen-Diva Georgette Dee bis zur queeren Aktivistin und Dragqueen Gloria Viagra, einer Institution des Berliner Nachtlebens, hat der Künstler darin ein breites Spektrum Kulturschaffender und Paradiesvögel abseits des Mainstreams versammelt.
Spätestens seit der Inflation der digitalen (Selbst-)Porträts, aber schon seit der Erfindung der Fotografie ist die Porträtmalerei ins kunsthistorische Abseits geraten. Indem der Künstler die Ölbilder seiner Serie nun nach einem Porträtfoto anfertigt, kehrt er dieses Verhältnis um und setzt die Malerei wieder in ihren alten Rang ein. Seine Bilder dienen weder der Repräsentation, noch sollen sie idealisieren oder verzerren. Sie zeigen vielmehr zugewandte Menschen. Sie erfüllen die wichtigste Aufgabe der Porträts: Die Erinnerung an Bekannte und Freund:innen, die aber immer mehr sind als das. Den abstrakt klingenden Serien-Titel „Persona“ hat Gümüstürkmen nicht umsonst gewählt. Der Begriff aus der Psychologie bezeichnet die soziale Maske, die Menschen nach außen zeigen, inszenieren. Sei es, weil sie selbst in einer Rolle erscheinen, sei es, weil sie soziale Erwartungen erfüllen wollen. Gümüstürkmen agiert an genau dieser Schnittstelle von öffentlichem Bild und Selbstbild. Er markiert den schmalen Spalt zwischen der Persona und der Person. Die Porträts fangen zwar intime, nachdenkliche Momente ein. Doch fast alle arbeiten mit dem Modus der Pose. Die aufgerissenen Augen unter dem orangen Pilzkopf betonen das Unkonventionelle, das Lamm in der Hand eines der Porträtierten das Friedfertige. Das Monokel als Ausweis des Extravaganten ruft die Kultur des Berlins der Zwanziger Jahre auf und schließt den Kreis zu dem Berlin von heute.
Dass die Inszenierung der „Persona“ ein Tanz auf einem Vulkan sein kann, weiß man, seit C. G. Jung die „Entfesselung willkürlicher Phantasie“ für den Ausbruch des Unbewussten oder des Verborgenen hinter der sozialen Maske verantwortlich machte. Der Künstler kennt diese Ambivalenz, tritt er doch selbst als Performer Cihangir auf. Sein Selbstporträt „Scream“ scheint genau diesen Moment anzudeuten. Den Mund zum Schrei zusammengezogen, das Gesicht verzerrt, changierend zwischen Energie und Schmerz. Welche Person(a) will da sichtbar werden?
Ingo Arend